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Internationale Campkette gegen die Festung Europa

In den letzten Jahren hat der unverminderte Ausbau der Festung Europa und insbesondere deren Grenzaufrüstung mittels EDV, Nachtsichtgeräten oder Schnellbooten Tausenden von Menschen das Leben gekostet. Eine Einreise von Flüchtlingen ist durch das Konstrukt »sicherer Herkunftsländer«, der sog. Drittstaatenregelung und den bilateralen Rückübernahmeabkommen immer riskanter und teurer geworden. Mit der EU-Erweiterung findet nicht zuletzt eine Vorverlagerung der Aussengrenzen nach Osten statt. Beitrittsbedingung für die mittel- und osteuropäischen Staaten ist die Anpassung an die schengen-europäische Asyl- und Migrationspolitik, also Aufrüstung der Grenzen, Installierung von Lagern und Abschiebegefängnissen, Übernahme der herrschenden Visum- und Asylpolitik sowie verstärkte Kontrollen im Hinterland. Im Rahmen des Phare / Tacis-Programms stellt die EU hierfür Finanzhilfen in Millionenhöhe für Länder von Litauen bis zur Mongolei bereit. Vor diesem Hintergrund haben antirassistische Gruppen quer durch Europa in den letzten Jahren Protestaktionen gegen die verschärften und vorverlagerten Grenzregimes organisiert. Für den kommenden Sommer sind bislang vier neue Projekte in Vorbereitung, die über das europaweite Netzwerk noborder zu einer internationalen Campkette verbunden werden sollen.

Anfang Juli 2001 findet erstmals ein Grenzcamp im süd-spanischen Tarifa statt. Voraussichtlich Mitte Juli werden dann in Ostpolen an der Grenze zu Litauen und Weißrussland Grenzcamp-zelte aufgeschlagen. Dabei soll die Aufrüstung der zukünftigen EU-Außengrenze und die damit einhergehende Zerstörung z. B. des grenzüberschreitenden Kleinhandels thematisiert werden.

Vom 20. bis 22. Juli tagt der G-8-Gipfel in Genua. AktivistInnen aus Italien wollen dies zum Anlass nehmen, die Verantwortlichen der weltweiten Ausbeutung mit ihren Widerstandsformen zu konfrontieren und das Recht auf selbstbestimmte Migration einzufordern. Schließlich folgt Ende Juli das Grenzcamp in Frankfurt / Main. Auch an der Grenze USA / Mexiko wird im Spätsommer 2001 ein neues Projekt stattfinden.

Wir rufen hiermit dazu auf, sich im kommenden Sommer auch an den Camps und Aktionen in anderen Ländern zu beteiligen, den Widerstand gegen die Grenzregimes zu internationalisieren und der Festung Europa einen »heißen Sommer« zu bereiten.

Infos:

Überblick und Informationen in englischer Sprache

2. bis 8. Juli 2001 Camp in Tarifa (Südspanien)

4. bis 8. Juli 2001 Camp bei Petisovci (Slowenien) an der slowenisch-ungarisch-kroatischen Grenze

5. bis 12. Juli 2001 Camp bei Bialystok (Polen) an der polnisch-weißrussischen Grenze

19. bis 23. Juli 2001 Aktionen in Genua (Italien) gegen den dort stattfindenden G8-Gipfel

Zu einer europaweite Karawane, die im Sommer Grenzcamps und Orte politischer Auseinandersetzung verbindet, ruft das österreichische Netzwerk "Für eine Welt ohne Rassismus" auf: NO BORDER - NO NATION - NO ONE IS ILLEGAL

 

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